Passagierschiffe im Helgolanddienst
Meldungen aus dem 2. Halbjahr 2018

(Fahrplandaten der Reedereien ohne Gewähr)

 

8. Juli 2018 - Uferlos in Seattle

 

Mit dem "Halunder Jet" (I) nach British Columbia

 

Nach der Überführung an die Westseite Nordamerikas im November und Dezember des letzten Jahres hat der ehemalige "Halunder Jet" am 9. März 2018 den Betrieb zwischen Seattle (USA) und Victoria in British Columbia (CAN) aufgenommen. Wenn man auf dem früheren "Halunder Jet" sowohl die erste als auch letzte Helgoland-Fahrt miterlebt hat und in 15 Jahren regelmäßig als Fahrgast an Bord dieses Schiffes war, ist es sozusagen fast schon ein Pflichttermin, dem einstigen Helgoland-Katamaran, der jetzt als "Victoria Clipper V" für das FRS-Tochterunternehmen Clipper Navigation unterwegs ist, auch einmal in der neuen Umgebung am anderen Ende der Welt einen Besuch abzustatten. Da auch der neue Helgoland-Katamaran wieder auf den Namen "Halunder Jet" getauft wurde, wird, um Verwechslungen zu vermeiden, der Vorgänger als "Halunder Jet" (I) bezeichnet und die Namen "Halunder Jet" (I) sowie "Victoria Clipper V" synonym verwendet.       

 

 

Mit dem "Halunder Jet" (I) nach British Columbia.

 

 

 

Clipper Navigation ist in Seattle auf dem Pier 69 am Nordende des Alaskan Way beheimatet. Auf dem Pier selbst befindet sich das Abfertigungsgebäude für Check-In und Boarding, ein Informations- und Ticket-Office sowie das Clipper Café. Die Schiffe von Clipper Navigation liegen südlich am Pier 69.

 

 

   Auf dem Foto oben ist der "Halunder Jet" (I) rechts direkt am Pier zu sehen. Links ist der "Victoria Clipper IV" zu erkennen, den der "Halunder Jet" (I) auf der Route Seattle - Victoria abgelöst hat, und in der Mitte der "San Juan Clipper", der für die Verbindung von Seattle nach Friday Harbor auf San Juan Island eingesetzt wird.

Das untere Foto zeigt das Boarding aus der entgegengesetzten Perspektive. 

 

 

Anders als im Helgoland-Verkehr gibt es auf dem "Halunder Jet" (I) keine festen Sitzplätze mehr, die man schon bei der Buchung reservieren kann. Dagegen gibt es jetzt Boarding Groups, die man beim Online-Check-In erhält, der sieben Tage vor der entsprechenden Fahrt freigeschaltet wird. Eingestiegen wird in der Gruppen-Reihenfolge Pre-Board, Comfort, 1, 2, 3, 4, 5 und 6. Beim Pre-Boarding gehen Personen, die beim Einsteigen Hilfe benötigen, Senioren und Familien mit kleinen Kindern als Erste an Bord, dann folgen Fahrgäste der Comfort-Class. Anschließend schließen sich die Fahrgäste der Jet-Class in der chronologischen Reihenfolge des Check-Ins in sechs Gruppen an.

 

 

 

Es geht los ...

   

 

 "Victoria Clipper V" löst sich rückwärts vom Anleger und dreht sich vor dem Pier 69 in Fahrtrichtung.

 

 

 

 

Zunächst geht es durch die Elliott Bay und den Puget Sound.

 

 

Links und rechts zieht die reizvolle Landschaft vorbei.

Unten ist der gewaltige Mont Rainier zu sehen. Hierbei handelt es sich um einem fast 4.400 Meter

hohen schlafenden Vulkan etwa 90 Kilometer südlich von Seattle. 

 

 

 

 

Kurs Nordwest Richtung Vancouver Island ...

 

 

 

Blick auf den hinteren offenen Bereich des oberen Fahrgastdecks.

 

Nördlich an den Puget Sound schließt sich der sogenannte Admiralty Inlet an. An Steuerbord passiert "Victoria Clipper V" nun Whidbey Island und an Backbord Marrowstone Island. Das Wasser ist hier noch extrem ruhig. Nach etwa 1,5 Stunden Fahrzeit erreicht das Schiff die Straße von Juan de Fuca, die sich westlich zum Nordpazifik öffnet und daher mit etwas mehr Wellengang aufwartet, ohne jedoch den Katamaran spürbar in Wallung zu bringen.

 

 

 

 

Die einzige ausgeprägte Veränderung auf dem Freideck im Vergleich zur Helgoland-Zeit ist die eliminierte Reling vor dem Kran an Steuerbord, die durch vier Metallketten ersetzt wurde. Was es damit auf sich hat, wird bei der Gepäckentladung in Victoria klar werden ...

 

 

 

Nach ca. 2,5 Stunden erreicht der "Halunder Jet" (I) Vancouver Island, auf der sich an der Südspitze Victoria befindet, die Hauptstadt British Columbias. 

 

 

 

Der "Halunder Jet" (I) im Anflug auf den Inner Harbour von Victoria,

nach übereinstimmender Meinung diverser Reiseführer einer der schönsten Häfen der Welt.

 

 

 

 

 

 

 

Der "Halunder Jet" (I) vor dem Fairmont Empress Hotel, welches als das ikonische Symbol für die Stadt Victoria gilt.

 

Die Gepäckboxen stehen bereits auf dem Achterdeck das "Victoria Clipper V". Die Reling vor dem bordeigenen Kran wurde also entfernt, um die Boxen unkompliziert vom Frachtraum auf das Freideck zu verlagern.

Aber was macht das Gepäck auf dem Freideck ...

 

 

 

Kurz danach macht der "Halunder Jet" (I) am Clipper Navigation Terminal fest.

Im Hintergrund ist rechts am Bildrand das Parlamentsgebäude von British Columbia zu erkennen.

 

 

 

 

Der "Halunder Jet" hat - abweichend zum Helgoland-Verkehr - mit der Backbordseite am Anleger festgemacht. Dies ist insofern überraschend, da sich der bordeigene Kran mit der Ladeluke zum Frachtraum an Steuerbord befindet und dieser die Fracht nur dann auf dem Anleger ablegen kann, wenn das Schiff mit der Steuerbordseite festmacht. Auf dem Foto unten ist aber zu erkennen, daß sich zwischen dem Anleger und dem Schiff ein Ponton befindet, auf dem die Gangways teilweise parallel zum Schiff angeordnet sind und der Abstand zum Anleger für den Kran dadurch viel zu groß wäre, auch wenn das Schiff mit Steuerbord am Anleger liegen würde. Daher bedient man sich eines externen Krans am Anleger mit größerer Reichweite, der die Frachtboxen vom Freideck hebt (Foto oben), die vorher mit dem eigenen Schiffskran vom tiefer liegenden Laderaum dorthin verfrachtet wurden. Übrigens geht man in Seattle identisch vor, auch dort liegt der Katamaran mit Backbord am Pier.

 

 

Die Lage der Gangway auf der Abbildung oben verdeutlicht weiterhin, daß der Aus- und Einsteig ausschließlich über den Zugang auf dem unteren Fahrgastdeck am Ende des Schiffes erfolgt, der im Helgoland-Verkehr auf der Backbordseite nur in Wedel auf der Rückfahrt benutzt wurde. Die eigentlichen Hauptzugänge mittschiffs auf beiden Fahrgastdecks werden planmäßig offenbar gar nicht mehr genutzt, denn auch in Seattle erfolgt der Aus- und Einsteig über den Zugang achtern.

 

 

Der Ausstieg der Passagiere in Victoria erfolgt in drei Etappen. Nach der Freigabe des Schiffes werden zuerst die Fahrgäste zum Ausgang gebeten, die kein Gepäck aufgegeben und keine organisierte Tour gebucht haben. Als zweites gehen die Gäste von Bord, die eine organisierte Tour mit Clipper Navigation (z.B. per Bus nach Butchart Gardens) gebucht haben und als letztes schließlich die Passagiere mit aufgegebenem Gepäck. Dies macht insofern Sinn, weil es ja Tagesgäste geben könnte, die ihren Aufenthalt in Victoria dicht durchgetaktet haben und keine Zeit verlieren möchten, auf der anderen Seite aber Passagiere mit Gepäck ohnehin am Anleger warten müßten, weil die Bereitstellung der Koffer logischerweise eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Die Einreiseformalitäten nach Kanada finden direkt nach dem Ausstieg im Terminal von Clipper Navigation statt. Je nachdem, wo man sich in der Personenschlange befindet, kann dieser Vorgang etwa bis zu 45 Minuten in Anspruch nehmen.        

 

 

 

Die Fahrgasträume im "Halunder Jet" (I) blieben größtenteils unangetastet. Einzige Ausnahme ist der hintere untere Salon auf der Rückseite der Treppe. Hier wurden Ablagen für Gepäck eingebaut (Foto unten):

 

 

Da man bei Clipper Navigation ein Gepäckstück eigenhändig mit an Bord nehmen kann, mußte eine entsprechende Ablage für die Koffer geschaffen werden. Die Gepäckablage in den Regalen ist ein Grund dafür, daß die Passagiere ausschließlich über den hinteren Zugang zum und vom Schiff geleitet werden, so direkt die Gepäckablegen passieren und nicht mit den Koffern lange Wege durch das Schiff zurücklegen. Hätte man, wie noch im Helgoland-Verkehr, die Mitteleinstiege (je nach Tide mal oben, mal unten) genutzt, wäre die unkomplizierte Ablage der Koffer in dieser Form nicht möglich gewesen. Für die Gepäckregale wurden einige Sitze ausgebaut. Clipper Navigation gibt die Zahl der Sitze mit 550 an, im Helgoland-Verkehr waren es 579. Weitere oder größere Gepäckstücke müssen für 10 US-Dollar im Terminal vor der Abfahrt aufgegeben werden. Diese erhält man am Reiseziel vor den Einreiseformalitäten zurück, da grundsätzlich alle Gepäckstücke zolltechnisch deklariert werden müssen.

 

 

Alle anderen Salon-Bereiche sehen quasi so aus wie immer. Wenn man die jetzt ausschließlich in Englisch formulierten Informationsschilder an den Wänden und Türen sowie das Clipper Navigation Magazine auf den Tischen, das nun das "Halunder Jet"-Bordbuch früherer Jahre ersetzt, ausblendet, vergisst man aufgrund der gewohnten Atmosphäre fast, mit dem Schiff von Seattle nach British Columbia zu fahren. Alle für Fahrgäste sichtbaren Helgoland-Reliquien, mit Ausnahme einer Helgoline-Fußmatte vor den neuen Gepäckregalen am Eingang zum unteren Salon, die den Weg mit über den großen Teich geschafft hat, wurden allerdings entfernt.

 

 

Blick in die Comfort Class.

 

 

 

Neben dem Ausblick nach vorn und mehr Platz gibt es für den Comfort Class-Aufschlag auch bei Clipper Navigation kleine Snacks, Obst sowie Softdrinks und heiße Getränke vom Büffet. Anders als bei Helgoline kann man bei Clipper Navigation bis kurz vor der Abfahrt auch auf dem Schiff gegen Zahlung des Aufschlags in die Comfort Class upgraden.

 

 

 

Blick in die Jet Class (oberes Foto: oberes Deck hinten; unteres Foto: unteres Deck vorn).

Anders als bei Helgoline, bei der es mit der Premium Jet Class ab 2016 noch eine dritte Klasse gab und man diese auch im neuen "Halunder Jet" verwirklicht hat, kehrt Clipper Navigation beim "Halunder Jet" (I) zum Zweiklassen-System zurück, d.h. die Zwischenklasse "Premium Jet Class" gibt es nicht mehr. Die rote Farbe der Sitzbezüge oben auf den Sitzen der ehemaligen Premium Jet Class, die im Helgoland-Verkehr die Zwischenklasse optisch signalisierte, blieb trotzdem erhalten und hat aktuell keine Bedeutung.   

 

     

Das Service-Konzept wurde grundsätzlich in beiden Klassen übernommen: Das Service-Personal kommt von Platz zu Platz und nimmt die Wünsche der Gäste entgegen. Die Speisekarte wurde dem amerikanischen Lebensstil und der Geschmacksrichtung angepaßt. Die Bezahlung an Bord ist nur noch unbar mit Kreditkarte möglich.

 

Anders als bei Helgoline kann man bei Clipper Navigation auch zollfrei einkaufen. Im Helgoland-Verkehr war und ist dies natürlich nicht möglich, da Helgoland selbst Zollfreigebiet ist. Der Verkauf im "Victoria Clipper V" ist dem im Flugzeug ähnlich, d.h. der Verkauf läuft überwiegend über das Service-Personal, das die Bestellungen der Fahrgäste aus dem an den Sitzplätzen ausliegenden Duty-Free-Flyer aufnimmt. Man kann die Duty-Free-Artikel zwar auch an den Pantries erwerben, der Einbau eines größeren, für Fahrgäste begehbaren Duty-Free-Shops erfolgte aber nicht.    

 

 

 

Liegezeit in Victoria:

 

 

Blick über die innere Hafenbucht.

 

 

 

 

 

"Victoria Clipper V" von der Wasserseite.

 

 

 

 

 

In der Hafenbucht von Victoria kann man jede Menge Schiffsbewegungen beobachten. So läuft z.B. auch mehrmals täglich die Autofähre "Coho" von Port Angeles (WA / USA) die Stadt Victoria an. Auf dem Foto oben ist der 1959 gebaute Oldtimer links vom "Victoria Clipper V" zu sehen. Im Vordergrund zwei von unzähligen "Badewannen", die in der Hafenbucht von Victoria als Water Taxis eingesetzt werden.

 

 

 

"Victoria Clipper V" - Fahrplan 2018

 

Zeitraum Abfahrt Seattle Ankunft Victoria Abfahrt Victoria Ankunft Seattle

bis 9. September

(Donnerstag bis Montag)

7:30 und 15:15 10:30 und 18:00 11:30 und 19:00 14:15 und 21:45

bis 9.September

(Dienstag und Mittwoch)

7:30 10:30 17:00 19:45
ab 10. September täglich 8:00 10:45 17:00 19:45

   

Zwischen Mitte September und Weihnachten gibt es an einigen Tagen leichte Fahrplanabweichungen. Sollte man sich also tatsächlich in diesem Zeitraum zur Mitfahrt entschließen, ist vorher ein Blick auf die Clipper Navigation Homepage anzuraten.

 

Die reine Fahrzeit zwischen Seattle und Victoria bzw. auch in der Gegenrichtung beträgt ca. 2,5 Stunden, also weniger als im Fahrplan angegeben. Da die Freigabe im internationalen Verkehr und die Einreiseformalitäten zusätzlich Zeit beanspruchen, wurde dies im Fahrplan vermutlich auf die reine Fahrzeit aufgeschlagen.

 

 

 

Zurück nach Seattle:

 

 

Der "Halunder Jet" (I) legt vom Clipper Navigation Terminal ab.

 

 

Die Folien auf der Außenhaut, die den "Halunder Jet" in das British-Columbia-Outfit verwandelt haben, hat der Katamaran schon in Hamburg vor der Überführung nach Amerika bekommen. Direkt über der Wasserlinie ist die Folie an der Backbordseite in der hinteren Hälfte des Schiffes inzwischen leicht lädiert, sodaß die grüne Farbgebung aus der Helgoland-Zeit wieder zum Vorschein kommt.

 

 

"Victoria Clipper V" bei der Ausfahrt aus dem Inner Harbour bei der engsten Stelle zwischen David Foster Way (südlich) und Songhees Walkway (nördlich):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben dem ohnehin schon umfangreichen Schiffsverkehr wird die schmale Ein- und Ausfahrt zum und vom Inner Harbour von Victoria auch noch intensiv von Wasserflugzeugen genutzt. Je nach Windrichtung starten und landen die Flugzeuge sogar gegen die Fahrtrichtung der Schiffe! Im obigen Foto folgt dem "Halunder Jet" (I) eine Twin Otter der Harbour Air, die zum Start nach Vancouver ansetzt.

 

 

 

Direkt hinter dem "Halunder Jet" (I) durchfährt auch der Katamaran "V2V Empress" die Hafenausfahrt von Victoria.

 

 

 

Hinaus aus dem Victoria Harbour in die Straße von Juan de Fuca:

 

 

Im Hintergrund sind die Olympic Mountains zu sehen, die bereits auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten liegen.

 

 

 

 

Während der Rückfahrt nach Seattle geht allmählich die Sonne hinter den Bergketten der Olympic Mountains unter ...

 

... und im letzten Tageslicht hat der "Halunder Jet" (I) Seattle wieder erreicht.

 

 

Die Skyline von Seattle mit der markanten Space Needle (auf dem Foto links am Rand).

 

Die Space Needle (dt:. "Weltraumnadel") ist das Wahrzeichen Seattles, das 1962 für die Weltausstellung errichtet wurde.

 

 

 

 

Abschiedsfoto: Der "Halunder Jet" (I) mit der Flotte von Clipper Navigation am Pier 69 im Abendlicht.

 

 

 

Als der ehemalige "Halunder Jet" im letzten November die Reise von Hamburg an die Westküste Amerikas antrat, war noch geplant, das Schiff auf der neuen Verbindung zwischen Vancouver und Victoria einzusetzen. Dazu kam es jedoch nicht - der "Halunder Jet" (I) löste dafür den kleineren Katamaran "Victoria Clipper IV" auf der bestehenden Route zwischen Seattle und Victoria ab.

 

Auf der Route zwischen Vancouver und Victoria wäre der "Halunder Jet" (I) übrigens auf einen Wettbewerber getroffen. Die Reederei V2V setzt seit dem letzten Jahr auf dieser Verbindung den Katamaran "V2V Empress" ein, der bereits auf einem Foto weiter oben in der Hafenausfahrt von Victoria zusammen mit "Victoria Clipper V" zu sehen ist.    

 

 

"V2V Empress" im Inner Harbour von Victoria.

 

 

 

"V2V Empress" in der Haro Strait zwischen Vancouver und Victoria.

 

 

Der Katamaran "V2V Empress" ist 46 Meter lang und 11 Meter breit. Mit einer Kapazität von 254 Passagieren in zwei Klassen ist er deutlich kleiner als der "Halunder Jet" (I) und entspricht in etwa der Größe, die die Katamarane vor der "Halunder Jet"-Ära im Helgoland-Verkehr hatten bzw. der Größe des vom "Halunder Jet" (I) abgelösten "Victoria Clipper IV". "V2V Empress" wurde bereits 1995 in Quebec (CAN) gebaut und war unter dem Namen "Famille Dufour II" zunächst in Ostkanada und im Sankt-Lorenz-Strom unterwegs. Vor dem Einsatz in British Columbia zwischen Vancouver und Victoria wurde das Schiff aber generalüberholt. V2V ist eine Tochtergesellschaft eines australischen Reedereikonzerns. Definiert man Victoria als Fahrtziel des Schiffes, ist der Fahrplan etwas überraschend antizyklisch ausgerichtet, d.h. "V2V Empress" fährt morgens in Victoria ab und erreicht Vancouver am Mittag. Nach kurzem Aufenthalt geht es sofort zurück nach Victoria, wo der Katamaran am späten Nachmittag wieder festmacht. Tagesfahrten nach Victoria sind also mit "V2V Empress" nicht möglich, offenbar hat man ausschließlich die Übernachtungsgäste in Victoria und Umland im Visier. 

 

 

 

"V2V Empress" in Vancouver im Harbour Flight Centre.

 

 

 

Zwischen Vancouver und Vancouver Island sind auch noch die Autofähren von BC Ferries unterwegs. Allerdings fahren die Schiffe weder in Vancouver noch in Victoria von Terminals in der Innenstadt ab, sondern von peripheren Orten weit außerhalb der Stadt. Da die meisten Fahrgäste aber mit dem Auto übersetzen, scheint dies kein großes Hindernis darzustellen. Die wichtigste Verbindung ist mit 1,5 Stunden Fahrzeit die Route zwischen Tsawwassen südlich von Vancouver und Swartz Bay nördlich von Victoria.

 

Einen besonderen Augenmerk verdient BC Ferries aufgrund der Tatsache, daß die Reederei Schiffe einsetzt, die sie bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft in Deutschland bauen ließ. Neben der Förde Reederei Seetouristik (FRS) gibt es also in British Columbia noch weitere "Schnittstellen" nach Flensburg ...   

 

 

Die Doppelendfähre "Coastal Celebration" ist auf der Route zwischen Tsawwassen und Swartz Bay im Einsatz und wurde im Jahr 2007 bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft in Deutschland gebaut. 

 

 

 

Östlich von Vancouver Island liegen die sogenannten Gulf Islands, durch die auch die Route zwischen Tsawwassen und Swartz Bay führt. Da alle wichtigen Inseln von BC Ferries erschlossen werden, trifft man fast im Minutentakt auf Fährschiffe dieser Reederei. Ein besonderes optisches Highlight auf der Fahrt zwischen Tsawwassen und Swartz Bay ist die Meerenge zwischen Galiano Island und Mayne Island bei Miners Bay, wo sich die Schiffe mit einem 120°-Haken durch die extrem schmale Durchfahrt zirkeln (Foto oben). Da der direkte Seeweg zwischen Victoria und Vancouver zwischen Galiano Island und Mayne Island hindurch läuft, passiert auch der Katamaran "V2V Empress" diese attraktive Stelle. Wäre der "Halunder Jet" (I) zwischen Victoria und Vancouver in Fahrt gekommen, ist also davon auszugehen, daß auch er diesen Ort durchquert hätte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Resümee:

 

Bei zehn bis elf Stunden Flugzeit von Deutschland nach Seattle oder Vancouver und einer Zeitverschiebung von neun Stunden bei deutscher Sommerzeit ist die ganze Sache ein ziemlicher Angang. Wenn man dann aber vor Ort ist, schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe und wird mit grandiosen Landschaften und attraktiven Städten belohnt und erhält die Möglichkeit zur Mitfahrt auf dem ehemaligen "Halunder Jet" vor dieser großartigen Kulisse als Sahnehäubchen noch oben drauf.

 

 

 

 

Archiv: News aus dem 1. Halbjahr 2018

 


© 2018 Alexander David

    Letzte Aktualisierung: 31.07.2018